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Prolongation: Definition, nützliche Tipps & Vor- und Nachteile
Prolongation: Vertragsverlängerung bei der alten Bank
Bequem aber meist teuer. Wir zeigen Ihnen günstigere Alternativen auf.

Prolongation: Definition, Nützliche Tipps & Vor- und Nachteile

Prolongation oder Umschuldung: Welche der beiden Anschlussfinanzierungen ist die günstigere Variante?

Auf dieser Seite erfahren Sie, wie eine Prolongation funktioniert, wo die Vor- und Nachteile liegen und wir zeigen Ihnen, ob eine Prolongation oder eine Umschuldung für Ihre Anschlussfinanzierung am Ende die günstigere Wahl darstellt. Wir nehmen bereits vorweg: Die Bequemlichkeit einer Prolongation kann teuer werden.

Es wird zwischen zwei Hauptmöglichkeiten der Anschlussfinanzierung unterschieden: der Prolongation und der Umschuldung. Eine Prolongation ist eine Verlängerung der Zinsbindung Ihres Immobiliendarlehens bei Ihrem derzeitigen Kreditgeber. Bei einer Umschuldung wechseln Sie den Kreditgeber und finanzieren dort die verbliebene Restschuld zu besseren Konditionen weiter.

Was ist eine Prolongation?

Das Wort „Prolongation“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Verlängerung“. Und genau das ist eine Prolongation: eine Verlängerung eines aus der Zinsbindung kommenden Darlehens bei Ihrer Hausbank.

Schließen Sie eine Baufinanzierung ab, so einigen Sie sich mit Ihrem Kreditgeber auf einen Zeitraum, über den der Sollzins gebunden wird. Je nachdem, ob Sie die Finanzierung in einer Niedrigzins- oder Hochzinsphase abgeschlossen haben, liegt die übliche Zinsbindungsdauer bei 10 bis 20 Jahren beziehungsweise bei 5 bis 15 Jahren. Läuft die Zinsbindung aus, bleibt eine Restschuld offen, für welche Sie eine Anschlussfinanzierung (insbesondere eine neue Zinsbindung) benötigen. Mit einer Prolongation führen Sie Ihre vorherige Finanzierung meist zu einem neuen Zinssatz fort. Infolge des neuen Zinssatzes ändert sich die Kreditlaufzeit sowie die Rate, alle anderen vertraglichen Vereinbarungen bleiben meist bestehen.

Bei Abschluss einer Baufinanzierung mit einer Zinsbindung über die gesamte Kreditlaufzeit (möglich beispielsweise mit einem Volltilgerdarlehen oder einem Darlehen in Kombination mit einem Bausparvertrag) wird keine Prolongation notwendig.

Wie funktioniert eine Prolongation?

Ihr aktueller Kreditgeber ist gesetzlich gemäß § 493 Abs. 1 BGB dazu verpflichtet, Ihnen spätestens 3 Monate vor Ablauf der Zinsbindung mitzuteilen, zu welchem neuen Zinssatz dieser Ihr Darlehen fortsetzen möchte beziehungsweise ob Ihre Bank das Darlehen überhaupt mit Ihnen weiterführen möchte. Es besteht keine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Pflicht, nach der Ihre Bank Ihnen eine Weiterfinanzierung anbieten muss, soweit die Theorie. In der Praxis erhalten Sie allerdings meist ein Prolongationsangebot Ihrer Hausbank, wenn Sie Ihren monatlichen Ratenzahlungen pünktlich nachgekommen sind.

Sie finden in dem Angebot einen neuen Sollzinssatz, der sich an dem aktuellen Marktzins orientiert. Auch bei einer Prolongation muss ein effektiver Jahreszins ausgewiesen sein, damit Sie das Angebot mit anderen Angeboten vergleichen können. Die Laufzeit wird zusammen mit der Zinsänderung ebenfalls neu angegeben. Zusätzlich werden Ihnen Vorschläge zu verschiedenen Zinsbindungen aufgeführt und Sie können sich für eine Zinsbindungsvariante entscheiden. Je nachdem, welche Zinsbindung Sie bevorzugen, ändert sich die Höhe des Sollzinses (eine längere Zinsbindung hat meist einen höheren Zinssatz zur Folge) und die Höhe Ihrer monatlichen Rate. Dies wird in den Beispielen der Bank vorgerechnet. Sind Sie an einer längeren Zinsbindung interessiert, als welche im Angebot zur Auswahl steht, können Sie diese versuchen zu verhandeln.

Die übrigen ursprünglichen Vertragskonditionen wie zum Beispiel Sondertilgungsoptionen werden beibehalten. Einige Banken geben Ihnen jedoch die Möglichkeit, mit Annahme des Prolongationsangebotes eine einmalige Sondertilgung zu leisten und dadurch Ihre Restschuld zu senken.

Eine Prolongation verläuft in der Regel recht unbürokratisch und es wird keine erneute Bonitätsprüfung durchgeführt. Schließlich haben Sie Ihrer Hausbank durch die regelmäßigen Ratenzahlungen bereits bewiesen, dass Sie zahlungsfähig sind.

Prolongationsangebot: Rückmeldefrist beachten

Mit Übersendung des Prolongationsangebotes setzt Ihre Bank eine Rückmeldefrist fest. Innerhalb dieser Frist können Sie sich entscheiden, das Angebot anzunehmen oder das Angebot eines anderen Anbieters zu akzeptieren. Die Rückmeldefrist beträgt meist 2 Wochen.

Wenn Sie mit dem Prolongationsangebot einverstanden sind, können Sie die gewünschte Variante der Zinsbindung ankreuzen, das Angebot unterzeichnen und schicken es an Ihre Bank zurück. Etwas später erhalten Sie eine schriftliche Bestätigung über Ihre Prolongation. Ihre Immobilienfinanzierung läuft dann zu den neuen Bedingungen einfach weiter. Rein rechtlich schließen Sie mit einer Prolongation keinen neuen Vertrag ab, sondern Ihr alter Vertrag wird zu neuen Konditionen weitergeführt.

XPERT-Tipp
Das Prolongationsangebot Ihrer Hausbank ist nicht in Stein gemeißelt. Sie können versuchen, bessere Konditionen zu verhandeln. Um Ihre Verhandlungsposition zu stärken, sollten Sie Angebote anderer Anbieter einholen und diese vergleichen. Kann Ihre Hausbank bei den Konditionen anderer Anbieter nicht mithalten, ist eine Umschuldung durchaus sinnvoll.

Vorteile und Nachteile einer Prolongation

Eine Prolongation ist einfach. Ihre Bank führt keine erneute Bonitätsprüfung durch und benötigt dementsprechend keine Dokumente. Das Objekt ist ebenso bekannt, da Sie die Unterlagen schon mit der Grundfinanzierung vorgelegt hatten. Sie müssen keinen Notar beauftragen, um einen neuen Gläubiger in das Grundbuch eintragen zu lassen, wie es bei einer Umschuldung der Fall ist. Somit entstehen keine zusätzlichen Notar- und Grundbuchkosten. Wenn Sie sich für das Prolongationsangebot so entscheiden, wie Sie es vorliegen haben, dann kreuzen Sie einfach nur die Zinsbindungsdauer an, unterschreiben das Angebot und der Vorgang ist erledigt.

Die großen Nachteile einer Prolongation bestehen in dem meist deutlich höher angebotenen Zinssatz (im Vergleich zu Umschuldungsangeboten) und dass die alten Vertragskonditionen in der Regel übernommen werden müssen. Durch den höheren Sollzins verteuert sich die Finanzierung mitunter deutlich.

Im Folgenden stellen wir für Sie die Vorteile und Nachteile der Prolongation übersichtlich einander gegenüber:

Vorteile

  • Geringer Aufwand (es werden keine Dokumente zur Bonitätsprüfung und zum Finanzierungsobjekt benötigt)
  • Kein Grundbucheintrag notwendig
  • Keine Wechselkosten für Notar und Eintrag in das Grundbuch

Nachteile

  • Meist ein deutlich schlechterer Zinssatz im Vergleich zu einer Umschuldung
  • Durch den höheren Sollzins (gegenüber einer Umschuldung) mehr Gesamtkosten
  • Die alten Vertragsbedingungen werden in der Regel fortgeführt
  • Wenig Flexibilität in der Angebotsverhandlung mit der alten Bank

Prolongation oder Umschuldung: Was lohnt sich eher?

Der Frage, welche der beiden Varianten günstiger ist, gehen wir anhand einer Beispielrechnung nach. Ihre Hausbank hat Ihnen ein Prolongationsangebot für die verbleibende Restschuld in Höhe von 160.000 Euro zu einem Zinssatz von 2,4 % unterbreitet. Zum Vergleich haben Sie sich ebenso Angebote anderer Anbieter zukommen lassen. Der Umschuldungzinssatz des günstigsten Anbieters liegt bei 1,9 %. Die Tilgung wird mit Beginn der Prolongation beziehungsweise Umschuldung anfänglich mit 3,0 % angesetzt.

Bei einer Umschuldung fallen für Sie Kosten an. Ihr neuer Darlehensgeber muss als Gläubiger in das Grundbuch eingetragen werden. Mit unserem Notar-/Grundbuch-/ Nebenkostenrechner können Sie diese Kosten berechnen. Entscheiden Sie sich für eine Prolongation, entfallen diese Kosten.

Prolongation

Umschuldung

Gebundener Sollzins 2,4 % p.a. 1,9 % p.a.
Restschuld 160.000 € 160.000 €
Tilgung (in Prozent) 3,0 % p.a. 3,0 % p.a.
Rate (monatlich) 720,00 € 653,33 €
Getilgte Summe nach 15 Jahren 86.562,84 € 83.232,59 €
Restschuld nach 15 Jahren 73.437,16 € 76.767,41 €
Zinskosten nach 15 Jahren 43.037,16 € 34.367,41 €
Notar- und Grundbuchkosten 0,00 € 420,00 €

Für Ihre Anschlussfinanzierung haben Sie sich für eine Zinsbindung von 15 Jahren entschieden. Sie sehen jetzt bereits die ersten Unterschiede. Ihre monatliche Rate beläuft sich auf 720 Euro bei einer Prolongation und auf rund 653 Euro bei dem Umschuldungsangebot. Ihre monatliche Belastung verringert sich bei einer Umschuldung in diesem Beispiel mit rund 67 Euro deutlich. Wirklich interessant wird es bei den Zinskosten. Nehmen Sie das Umschuldungsangebot an, so haben Sie am Ende der Zinsbindung knapp 8.670 Euro an Zinskosten eingespart. Ziehen Sie die 420 Euro Notar- und Grundbuchkosten hiervon ab, so bleibt als Fazit:

Die Umschuldung geht in unserem Beispiel mit eine Kostenersparnis in Höhe von rund 8.250 Euro einher.

Das Angebot Ihrer Hausbank ist häufig teurer

Der Zinssatz Ihres Prolongationsangebotes liegt in der Regel über dem Zinssatz eines Umschuldungsangebotes einer anderen Bank. Woran liegt das?

Die Hauptursache liegt in der Bequemlichkeit des Menschen. Ein Großteil der Kunden nimmt ein Prolongationsangebot an, ohne ein Vergleichsangebot einzuholen und oftmals ohne zu wissen, wie viel Geld eingespart werden könnte. Die Bank ist sich dessen bewusst und sieht dementsprechend keine Notwendigkeit darin, ein günstigeres Erstangebot vorzulegen. Es bietet sich häufig die Möglichkeit, die Zinskondition mit Ihrer Hausbank nachzuverhandeln. Selbst bei einer Nachbesserung des Zinssatzes ist das Angebot am Ende jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht das günstigste auf dem Markt. Jede Bank hat ihre Vorgaben und Grenzen und oftmals laufen Sonderangebote anderer Anbieter zur Kundengewinnung mit äußerst niedrigen Zinssätzen.

Sie sind an einer Prolongation oder Umschuldung interessiert?

Wir kümmern uns um Ihre Anschlussfinanzierung. Nicht nur bei einer Umschuldung können Sie auf unsere Expertenberatung zurückgreifen, auch bei einer Prolongation sind wir der richtige Ansprechpartner für Sie. Wir sind häufig in der Lage, mit Ihrer Bank ein besseres Prolongationsangebot zu verhandeln.

Parallel prüfen wir gerne, ob wir ein günstigeres Angebot für eine Umschuldung für Sie finden. Bereits ein wenige Zehntelprozentpunkte niedrigerer Zinssatz kann mehrere Tausend Euro Kostenersparnis mit sich bringen. Darüber hinaus übernehmen wir die Kommunikation mit der Bank. Falls Sie sich für eine Umschuldung entscheiden, begleiten wir Sie Schritt für Schritt durch den Prozess. Im Zuge einer Umschuldung prüfen wir weiterhin, inwiefern Sie von Sondertilgungsmöglichkeiten oder Tilgungssatzwechseln profitieren können.

Ob Prolongation oder Umschuldung, wir helfen Ihnen gerne: Angebote anfordern.

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